Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich, den verschiedenen Klimaindikatoren zufolge, in den letzten Monaten insgesamt wieder leicht aufgehellt.

Die außenwirtschaftlichen Impulse dürften angesichts der robusten Weltkonjunktur stark bleiben. Andererseits scheint der Private Konsum nicht recht von der Stelle zu kommen. Insgesamt spricht aber vieles dafür, dass die wirtschaftliche Dynamik im dritten Quartal bereits wieder gestiegen ist und auch im weiteren Jahresverlauf noch etwas zunehmen könnte. Die Auswirkungen der hohen Ölpreise dürften nach überwiegender Einschätzung der Experten im Vergleich zu früheren Erfahrungen eher begrenzt bleiben.
Das Produzierende Gewerbe befindet sich im Sommer weiterhin in einem Mitte 2003 begonnenen Aufwärtstrend. Die Indikatoren deuten auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung im weiteren Jahresverlauf hin. Im August verlief die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe gegenüber den sehr günstigen Vormonatsergebnissen saisonbereinigt zwar gedämpft (-1,6 %). Im Zweimonatsvergleich stieg die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe saisonbereinigt aber weiter an (+1,2 %). Möglicherweise hat sich im August die diesjährige Lage der Sommerferien negativ bemerkbar gemacht. Die Industrieproduktion nahm um 0,9 % zu. Innerhalb der Industrie haben alle drei Hauptgruppen zum Produktionsanstieg beigetragen. Dabei ging das Produktionsplus bei den Investitions- und Vorleistungsgütern - den Umsätzen in der Industrie zu Folge - gleichermaßen auf eine gestiegene Nachfrage aus dem In- und Ausland zurück. Dies lässt auf eine weitere Belebung der Investitionstätigkeit im dritten Quartal hoffen.
Der Aufwärtstrend der Industrieproduktion dürfte sich im Jahresverlauf fortsetzen. Die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen ist seit Mai insgesamt wieder ausgesprochen lebhaft, auch wenn im August ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war (-3,8 %). Die maßgeblichen Impulse kamen in den letzten Monaten vor allem aus dem Ausland, aber auch die Bestelltätigkeit aus dem Inland hat sich kräftig erhöht. Die Klimaindikatoren versprechen ebenfalls eine dynamische Industriekonjunktur für die kommenden Monate. Nach der leichten Verstimmung im zweiten Quartal signalisieren die verschiedenen Stimmungsindikatoren mittlerweile wieder eine insgesamt optimistischere Sicht der Industrieunternehmen.
Das Bauhauptgewerbe konnte seine Erzeugung seit dem Tiefstand im März bis zuletzt deutlich erhöhen. Hierbei dürften vor allem witterungsbedingte Nachholeffekte eine dominierende Rolle gespielt haben. Die Baunachfrage belebte sich ebenfalls seit März in der Tendenz spürbar. Die insgesamt noch gedrückte Stimmung im Bauhauptgewerbe hat sich - gemessen am ifo-Geschäftsklima seit Jahresende 2004 - nach und nach leicht aufgehellt. Insgesamt bleibt aber offen, ob sich mit diesen positiven Signalen ein Ende der strukturellen Anpassungsprozesse im Bauhauptgewerbe ankündigt.
Die privaten Konsumausgaben gingen im ersten und zweiten Quartal 2005 leicht zurück. Belastend wirkten sich hierauf wohl u. a. die Entzugseffekte der steigenden Energie- und Treibstoffkosten aus. Allerdings nahmen die Neuzulassungen für Personenkraftwagen kräftig zu. Die Stimmungsindikatoren blieben sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Verbrauchern bis zuletzt verhalten. In den nächsten Monaten dürfte die Entwicklung des privaten Konsums deshalb maßgeblich mit davon abhängen, wie sich die Energiepreise entwickeln.
Vom Export dürften weiterhin positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung ausgehen. Die Warenausfuhren sind im August saisonbereinigt stark gestiegen (+3,5 %). Insgesamt zeichnet sich damit im Jahresverlauf sogar eine Beschleunigung der Exportentwicklung ab. Dennoch ist die Exportdynamik vor dem Hintergrund der moderateren, aber gleichwohl robusten Entwicklung der Weltwirtschaft etwas weniger stark als im vergangenen Jahr. Das Wachstum der deutschen Ausfuhren wird in 2005 durch den wieder etwas schwächeren Euro und die rückläufigen Lohnstückkosten gestützt. Wichtige vorlaufende Indikatoren wie die Auslandsbestellungen bei deutschen Industrieunternehmen oder die ifo-Exporterwartungen signalisieren für die kommenden Monate ein kräftiges Exportwachstum. Die Importe entwickelten sich bei starken Schwankungen in den letzten Monaten noch dynamischer. Die nominellen Wareneinfuhren erhöhten sich saisonbereinigt im August um +6,0 %. Hierbei dürfte sich der Anstieg der Ölpreise ausgewirkt haben. Allerdings konnten im Jahresverlauf auch die Einfuhren von Investitions- und Vorleistungsgütern spürbar zulegen. Der Handelsbilanzüberschuss ging in den letzten beiden Monaten aufgrund des starken Importwachstums zurück.
Im September wurde der Arbeitsmarkt neben der üblichen Herbstbelebung weiterhin durch die positiven Wirkungen der Arbeitsmarktreformen geprägt. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ging von August auf September per Saldo um 79.000 auf 4,650 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote in der Abgrenzung des SGB III lag im September bundesweit bei 11,2 % und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Die nach der Abgrenzung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) ermittelte international vergleichbare Arbeitslosenquote betrug im August 9,3 %. Die Erwerbstätigkeit hat sich nach der kurzen Unterbrechung um die Jahreswende seit Februar dieses Jahres weiter erhöht. Die Preisentwicklung auf Verbraucherpreisniveau hat sich im September merklich beschleunigt. Hierbei bleiben es die Energiepreise, die die Preisentwicklung in Deutschland prägen. Ende August erreichte der Preis für ein Barrel der Sorte Brent ein neues Rekordniveau. Mittlerweile ist er wieder etwas zurückgegangen. Abgesehen von den Energiepreisen bleibt das Preisklima in Deutschland aber bislang sowohl auf der Verbraucher- als auch auf der Erzeugerstufe relativ ruhig. 
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