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  Harmonie im Raum

 

 

Die Futons sind in Deutschland schon wieder auf dem Rückzug. Vor zwanzig Jahren, als die mit Baumwolle gefüllten, elastischen Matratzen in Mode kamen, statteten sich trendbewusste junge Leute ihre Schlafzimmer damit aus und legten den Futon entweder auf den Boden oder auf eine Tatami-Unterlage. Doch bald merkten die Mitteleuropäer, dass der Futon immer härter wurde, Kreuzschmerzen beim Aufstehen waren die böse Folge. Denn die meisten behandelten ihre „Rollmatratze“ nicht sorgsam genug – damit ein Futon elastisch und weich bleibt, muss er täglich nach Benutzung zusammengerollt werden. In den kleinen japanischen Wohnungen ist das Zusammenrollen schon aus Platzmangel ein täglich notwendiges Ritual. Für europäische Bedürfnisse konzipierte man deshalb dicke Futons mit Einlagen aus Kokosfaser oder Naturlatex – die behalten ihre Konsistenz auch über längere Zeit. Interessant ist dabei, dass Rückenschmerzen in Japan viel weniger verbreitet sind als in Deutschland – Japaner nächtigen auf ihrem nur wenige Zentimeter dünnen Futon fast auf dem nackten Boden.

 

Möbel aus Japan dagegen, wie Tische, Stühle und Schränke, sind in Deutschland selten. Zum erstenmal präsentierten sich japanische Hersteller wie Karimoku, Morishige oder Shirakawa auf der Kölner Möbelmesse in diesem Jahr. In Hannover präsentierten diese Hersteller eine Auswahl ihrer Stücke kürzlich während der Asia-Wochen. Einen größeren Kundenkreis werden diese Möbel in Deutschland nicht erreichen, da sie für hiesige Verhältnisse extrem teuer sind. Shirakawa setzt bei seinen Möbeln auf die filigrane Holzbiegetechnik und andere kunstvolle Techniken, die die typisch japanische Zartheit zum Ausdruck bringen und den Begriff Suki (Ästhetik) verkörpern. Die Möbel von Morishige zeichnet die Tradition des Lackkunsthandwerks aus, wobei die Bemalung von Hand eine große Rolle spielt.

 

Immer beliebter in Deutschland werden die Shoji-Raumteiler. Als „Spanische Wand“ ist der Raumteiler seit über 100 Jahren in Deutschland bekannt und in vielen Wohnungen auch heute noch sehr beliebt. Meist sind es dreiteilige, klappbare Wände in Mannshöhe, die großen Räumen Gestalt geben, Sichtschutz für eine Sitzecke bieten oder einfach den Raum strukturieren. Mit dem Trend der asiatischen Wohnraumgestaltung und des Feng-Shui kam die „japanische Wand“, Shoji, nach Deutschland. Sie ist gehalten im nüchternen, typisch japanischen Stil und wesentlich universeller einsetzbar als der klassische Raumteiler. Durch die ausgeklügelte Sprossenbauweise und das Prinzip des goldenen Schnittes (Goldener Schnitt heißt, dass eine Strecke so geteilt wird, dass der größere Abschnitt sich zur gesamten Strecke in seiner Länge so verhält wie der kleine Abschnitt zum Größeren. Es ist die weltweit am häufigsten angewandte Gestaltungsregel, in der Antike auch als das Maß aller Dinge bezeichnet) wirken selbst große Shoji-Anlagen immer leicht und harmonisch.

 

„Unsere Produkte verbinden die Ästhetik traditioneller japanischer Schiebetüren, Shoji genannt, mit moderner Technologie“, sagt Peter Oppermann, der in seinen Werkstätten in Berlin und New York die Shoji-Elemente produziert und sie in ganz Deutschland ausliefert und fachgerecht installieren lässt. Neben der Funktion als Raumteiler sind die Objekte auch als Schrankwände im Schlafzimmer, als Schrankwände im Arbeitszimmer oder im Wohnzimmer zu verwenden. Der Rahmen des Shoji besteht aus feingemaserter nordischer Kiefer in bester Qualität oder aus kanadischer Hemlock-Fichte. Die Oberfläche des Holzes kann naturbelassen bleiben, dann wird sie lediglich biologisch geölt und gewachst, oder sie wird weiß lasiert oder schwarz gebeizt. Stabilität erhält die Shoji-Wand durch die Bespannung. Dazu verwendet Oppermann ein Hightech- Produkt aus Japan: durchscheinendes, strapazierfähiges, kunstfaserverstärktes Gewebe. Dieses wird in feuchtem Zustand auf die Rahmen geklebt, und wenn es getrocknet ist, spannt es auf dem Rahmen und verleiht ihm somit Stabilität. „Weil das Material milchigweiß durchscheinend ist, eignet es sich auch hervorragend für eine indirekte Beleuchtung“, fügt Oppermann an.

 

 

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gesehen bei www.japanzimmer.de





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