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  Wenn sich Hausbauer zu Gemeinschaften zusammenschließen, so drückt das nicht nur die Kosten. Es kann auch Nachbarschaftshilfe fördern

 

Die Gemeinschaften sparen weiterhin bares Geld, wenn sich die Mitglieder beispielsweise die Erschließungskosten teilen. Preisvorteile können oft auch mit Handwerkerfirmen vereinbart werden, wenn sie für mehrere Häuser Aufträge erhalten. Darauf weist der Immobilienverband Deutschland hin. Gleiches gelte für Architektenleistungen. Und sofern die Bauherren selbst Hand anlegen, könnten die Kosten weiter reduziert werden. Insgesamt können sie summiert gegenüber einer herkömmlichen Bauabwicklung etwa zwanzig Prozent sparen. Diese rein materiellen Interessen sollen in Baunetzwerken jedoch Hand in Hand mit einer mehr oder minder gelebten Nachbarschaftshilfe gehen. Manche Verbünde sind bewußt als Wohn- oder Hofgemeinschaften angelegt, in denen jüngere und ältere Bewohner zusammen leben und gegenseitige Unterstützung wie Einkaufshilfe und Kinderbetreuung arrangieren. Je größer die Baugemeinschaft ist, um so eher sollten die Mitglieder einen Projektleiter hinzuziehen, der vom Fach ist und die einzelnen Bauherrenfamilien moderieren als auch die Handwerkerarbeiten koordinieren und kontrollieren kann. Empfehlenswert ist dafür ein Bauingenieur oder ein Architekt. Einige Städte wie Hamburg und Tübingen bieten bei der Verwaltung spezielle Beratungsangebote an. Ferner gibt es Baufirmen, die als Träger Baugemeinschaftsprojekte anbieten. "Die Regel ist jedoch, daß sich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis heraus Baugemeinschaften bilden", erläutert Immobilienverband-West-Landesvorsitzender Peter Braschoß. In Köln fand sich beispielsweise eine Baugemeinschaft über ein Projekt für eine autofreie Siedlung. Auf einem ehemaligen Bahngelände will das Netzwerk 50 bis 70 Wohneinheiten errichten. Die Bauherren wollen vom Einfamilien- bis zum dreigeschossigen Mehrfamilienhaus unterschiedliche Konzepte verwirklichen.

 

 


Allerdings gilt: Alle Baugemeinschaften brauchen einen langen Atem. Interessenten müssen von der Planung bis zum Einzug etwa zwei bis drei Jahre einkalkulieren, bei schwierigeren Projekten wie einer autofreien Siedlung noch länger. Denn innerhalb einer Gruppe dauert es länger, bis eine gemeinsame Linie für die Bebauung festgelegt, die Finanzierung geklärt und vor allem ein Grundstück gefunden ist.

Zudem muß eine Rechtsform gewählt werden. Neben klassischen Wohnungseigentümer-Gemeinschaften (WEG) können Baunetzwerke bei größeren Projekten auch als eingetragene Genossenschaft (eG), bei sozialen Vorhaben auch als Stiftung agieren. In der Planungs- und Bauphase schließt sich die Gemeinschaft zumeist als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammen.

von Dietmar Treiber

 


Bauphase ist oft erst der Anfang

Keine Regeln

-Offizielle Regeln, wie eine Baugemeinschaft aussehen muß, gibt es nicht. Kompromisse und Übereinkünfte werden von den Mitgliedern aufgestellt. Der gemeinsame Bau dauert oft viel länger als bei einzelnen Bauherren, da immer wieder Einigungen erzielt werden müssen. Empfehlenswert ist es, Vertreter zu wählen, die die Gemeinschaft etwa bei der Stadt und bei Behörden vertreten.


Betreuung

 

-Derzeit gibt es in Deutschland rund 30 Baugemeinschaften, die entweder gerade bauen oder in der Planungsphase sind. Viele Gemeinschaften gehen über die Bauphase hinaus und sind darauf angelegt, sich später beim Aufziehen der Kinder zu unterstützen.

Bindung

 

-Oft verpflichten sich die Mitglieder einer Baugemeinschaft, ihr Haus für einen begrenzten Zeitraum nicht zu verkaufen.


 

 

 

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