StartseiteBau-TippsWohn-TippsSpar-TippsWerbungPartnerKontaktLinksImpressum
Bau-info Bau-info Bau-info

  Bauen mit Festpreis



Bauherren sollten bei Festpreisangeboten darauf achten, dass der Vertrag ihnen ein einseitiges Anordnungsrecht einräumt.
Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Bauen mit Festpreis
So wissen Bauherren, was sie für ihr Geld bekommen


(djd/pt). Bauen mit Festpreis: Auf den ersten Blick erscheint dieser Weg ins Eigenheim der sicherste zu sein. Doch auch bei einem Festpreisangebot lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wendelin Monz, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und Vertrauensanwalt des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB), beschreibt ein Beispiel aus seiner Beraterpraxis. In die Bäder eines Einfamilienhauses sollten Fliesen für neun Euro je Quadratmeter eingebaut werden. Beim Bemusterungstermin wurden dem Bauherren-Ehepaar die einfachsten Fliesen vorgelegt, die ihren Vorstellungen nun gar nicht entsprachen. Natürlich war der Vertreter der Hausbaufirma bereit, hochwertigere Fliesen einzubauen - gegen einen saftigen Mehrpreis.

Einseitiges Anordnungsrecht im Vertrag festschreiben


Von Vorteil ist ein Festpreis oder ein Pauschalpreis nach Angaben von Monz aber dennoch, da er eine verlässliche Grundlage für die Finanzierung darstellt. Es kommt jedoch darauf an, sehr genau zu prüfen, was im angebotenen Preis enthalten ist - und in welcher Qualität. So muss detailliert geklärt werden, wie die Leistungen beschaffen sind, die vom Bauunternehmen angeboten werden. Wert legen sollte der Bauherr als Auftraggeber auch auf ein einseitiges Anordnungsrecht. Es spricht dem Bauherren das Recht zu, Änderungen wie etwa den Einbau hochwertigerer Fliesen anzuordnen - unter Ermittlung der Mehr- oder Minderkosten, versteht sich. Ohne das Anordnungsrecht kann der Auftragnehmer den Einbau anderer Fliesen verweigern oder dafür einen saftigen Mehrpreis verlangen, der oft nicht den tatsächlichen Mehrkosten entspricht.

Sachverständiger gibt Sicherheit beim Vertragsschluss

Für technische Laien ist die Werthaltigkeit angebotener Leistungen oft schwer nachzuvollziehen. Es empfiehlt sich daher, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, Adressen und weitere Informationen gibt beispielsweise der BSB unter www.bsb-ev.de im Internet. Der Sachverständige kann wertvolle Hinweise geben und frühzeitig darauf hinweisen, dass etwa bei Fliesen und Sanitärkeramiken unter Umständen eine mindere Qualität zu erwarten ist. So hätte etwa die Fliesenbemusterung vor Vertragsabschluss Sicherheit geben können, nachträgliche Mehrkosten hätten sich vermeiden lassen. Bauherrenberater und Vertrauensanwälte können den Bauvertrag zudem technisch und juristisch prüfen. So kann der Bauherr sicher sein, dass ein Festpreisangebot auch das hält, was er sich davon erwartet.

Festpreisangebote: Prüfen, was drin ist

(djd). In vielen Bauverträgen - auch in Festpreis- oder Pauschalangeboten - sind die zu erwartenden Leistungen nicht genau definiert. Fliesen ohne nähere Qualitätsbezeichnung, eine "moderne Heizung nach EnEV" oder nicht näher definierte Sanitärgegenstände im Bad lassen vermuten, dass der Bauherr jeweils die einfachste und billigste Qualität bekommt. Daher sollte man auf sehr genaue Definitionen der Leistungen achten und bessere Qualitäten, Mehrkosten und ein einseitiges Anordnungsrecht vor Vertragsschluss verhandeln. Mehr Informationen gibt es unter www.bsb-ev.de im Internet.